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FORMALDEHYD

 

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1. ALLGEMEINES

Formaldehyd ist in Substanz ein farbloses Gas mit einer etwas höheren Dichte als Luft (Formaldehyd: 1,34 g/l; Luft: 1,29 g/l) und einem eigentümlichen, stechenden Geruch. Es ist ausgezeichnet wasserlöslich und kommt üblicherweise als 30%ige Lösung unter der Bezeichnung FORMOL in den Handel. Synonyme sind Oxomethan und Methanal. Es ist außerordentlich reaktiv und verbindet sich besonders leicht mit Aminen, so z.B. auch mit den Aminosäuren der Eiweiße.

 

 

2. VERWENDUNG UND VORKOMMEN

Formaldehyd gehört zu den wichtigsten Grundstoffen der chemische Industrie und ist eine der am weitesten verbreiteten Chemikalien überhaupt. Es findet Verwendung als Desinfektionsmittel, Grundstoff von Kunstharzen, z.B. für Melaminharze in Spanplatten, als Gerbmittel in der Lederindustrie, zur Behandlung von bügelfreien Textilien und vieles mehr. In erheblichen Mengen ist es auch in Tabakrauch vorhanden.

Eine der Hauptemissionsquellen in Wohnräumen sind Spanplatten, die mit o.g. Melaminharzen verleimt sind und nicht der E1-Norm vom 30.06.1989 genügen. Aus diesen tritt über Jahrzehnte freies Formaldehyd aus, da es durch die Einwirkung der normalen Luftfeuchtigkeit aus dem Leim immer wieder neu entsteht.

Hauptquelle für Formaldehyd in Innenräumen: Spanplatten, die nicht 
wenigstens der E1-Norm genügen

 

 

3. TOXIKOLOGIE

3.1 Akute Toxizität

In hohen Konzentrationen ist Formaldehyd ein starkes Gift. Die konzentrierte, wäßrige Lösung führt bei Hautkontakt zu Verätzungen. Das Gas ist stark schleimhautreizend und kann zu Lungenödemen führen. Bei akuter Vergiftung treten Leber- und Nierenschäden, sowie Veränderungen des Herz - Kreislaufsystems auf.

LD50 (Ratte, oral) : 800 mg/Kg

LDL0 (Ratte, inhalativ) : 300 mg/m3 über 4 Stunden

Die tödliche Dosis für den Menschen wird auf 3,5 - 5,25 g absolut geschätzt.

 

3.2 Chronische Toxizität

Bei der Einwirkung geringerer Konzentrationen treten vor allem Reizungen an Augen-, Nasen- und Lungenschleimhäuten auf. Besonders ausgeprägt sind die typischen Symptome wie Brennen, Sekretfluß, Husten und asthmatische Beschwerden, meist am frühen Morgen, wenn z.B. die Luft des Schlafzimmers formaldehydbelastet ist.

Außerdem treten neben Leber- und Nierenschäden Veränderungen des Herz - Kreislaufsystems auf, die denen der akuten Toxizität in abgeschwächter Form ähneln. Im Tierversuch traten außerdem Gewichtsabnahme, Veränderungen von Blutbild und Immunstatus, sowie Ausscheidung von Eiweiß und Ameisensäure (Formiat) mit dem Urin auf.

Formaldehyd ist als krebserregend eingestuft. Seine carcinogene Wirkung wurde an menschlichen Zellkulturen, bei Ratten, Mäusen, Bakterien, Insekten und verschiedenen Pflanzen nachgewiesen.

Einordnung nach MAK-Liste: III.4

Formaldehyd wirkt sensibilisierend, es kann Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen auf andere Substanzen auslösen, z.B. auf Quecksilber und andere Schwermetalle. Ausgeprägt sind auch seine Auswirkungen auf die Psyche. Es wird für Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrung, Gedächtnisschwund, Beklemmungen, Depressionen und Nervosität verantwortlich gemacht. Im Tierversuch wurden Mäuse, die im Rahmen eines Untersuchungsprogrammes in formaldehydbelasteter Luft gehalten wurden, nach einiger Zeit ohne ersichtlichen Grund aggressiv, fielen ihre Artgenossen an und mußten getötet werden.

 

 

4. RICHT- UND GRENZWERTE

Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) :  600 [µg/m3]

Maximale Innenraumkonzentration (MIK-Wert) :  120 [µg/m3]

Air-Quality-Guideline-Richtwert :  60 [µg/m3]

Sanierungszielwert Kindergärten :  40 [µg/m3]

WHO-Empfehlung für vorsensibilisierte Personen :  10 [µg/m3]

 

 

5. EMPFEHLUNGEN

Bei nachgewiesenem Vorkommen erhöhter Formaldehydgehalte in der Raumluft sollte die Wohnung von allen Formaldehydquellen befreit werden. Dazu gehören vor allem Spanplatten, die nicht der E1-Norm genügen und durch ihre große Oberfläche die gefährlichste Quelle für diesen Stoff darstellen. Wenn eine Entfernung der Quelle nicht möglich ist, sollten die ausgasenden Oberflächen wenigstens durch Überstreichen, Überkleben oder Verkleiden abgedämmt werden. Auch das Aufbringen formaldehydabsorbierender Farben, deren Inhaltsstoffe mit dem austretenden Formaldehyd zu nichtflüchtigen Verbindungen reagieren, kann Abhilfe schaffen.

Rauchen als eine der Hauptquellen für Formaldehyd sollte zumindest in geschlossenen Räumen unterbleiben.

Ein ausreichender Luftaustausch muß speziell in der Heizperiode sichergestellt sein, um eine Anreicherung in der Raumluft zu vermeiden. Ggf. muß eine adäquate Luftwechselrate durch den Einsatz raumlufttechnischer Anlagen ("Luftwäscher") eingestellt werden.

Im Rahmen einer Sanierung kann gasförmiges und an Oberflächen gebundenes Formaldehyd durch Wasserstoffperoxid oder Ozon zu harmloser Ameisensäure oxidiert, oder durch Ammoniak oder Harnstoff chemisch gebunden werden.

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