Logo (19515 Byte)

GEO-LAB UMWELTANALYTIK 


 

SCHIMMEL

 

Homepage

Abrisse

Herkunft

Sanierung

Gesundheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. ALLGEMEINES

Unter der Bezeichnung Schimmel werden fädig wachsende Mikroorganismen subsumiert, bei denen es sich um Pilze, aber auch um Bakterien oder sogar Algen handeln kann.

Grundvoraussetzung für das Gedeihen dieser Mikroorganismen ist stets das Vorhandensein von Feuchtigkeit. Dabei genügt nicht kurzzeitig auftretende Feuchtigkeit, wie z.B. beschlagene Kacheln im Bad oder in der Küche, da die überall vorhandenen Dauerformen der Mikroorganismen (Sporen und Zysten) einige Stunden benötigen, um auszukeimen und den jeweiligen Untergrund (Substratum) zu besiedeln. Trocknet die Oberfläche während dieser Zeit wieder ab, keimt die Spore nicht aus oder der noch junge Keimschlauch geht ein. Bei länger andauernder Feuchtigkeit dagegen gelingt die Besiedlung des Substratums und es entsteht eine Kolonie, die gegen Austrocknung unempfindlich ist und bei Wasserzutritt weiterwächst. Besonders robust gegen Austrocknung sind Spezialisten wie der echte Hausschwamm (Serpula lacrymans), der das zum Gedeihen nötige Wasser in entsprechend spezialisierten Hyphen über weite Strecken transportieren kann und teilweise sogar im eigenen Stoffwechsel erzeugt, wenn er erst einmal angewachsen ist.

Fruchtkörper Hausschwamm.JPG (35974 Byte)

Abbildung 1 :
Fruchtkörper des echten Hausschwammes (Serpula lacrymans)
an einer Kellerdecke

 

 

Abbildung 2 :
Strangmycel des echten Hausschwammes (Serpula lacrymans), 
(Quelle: www.holzfragen.de)


Oft sind diese Kolonien klein, rund und dunkel gefärbt ("Stockflecken"), bevor sich ein dichter Bewuchs ausbildet, von dem dann vor allem die Sporen als samtartige Oberfläche wahrgenommen werden. Die andere Voraussetzung ist das Vorkommen von organischen Stoffen, die dem Mikroorganismus als Nahrung (Substrat) dienen. Dabei werden manchmal die erstaunlichsten Stoffe verwertet, z.B. Spanplatten, Weichmacher aus Kunststoffen, Lösemitteldämpfe und der Feinstaub, der an feuchten Oberflächen hängenbleibt. Da sich eigentlich stets verwertbare Substrate finden, muß beim Auftreten von Feuchtigkeit immer mit dem Anwachsen von Mikroorganismen gerechnet werden. Der Befall ist dabei räumlich keineswegs auf die unmittelbare Nahrungsquelle beschränkt. Vielmehr hat sich eine Vielzahl von Ausbreitungsmechanismen entwickelt, mit der auch entferntere Nahrungsquellen erschlossen werden können. Bekanntestes Beispiel sind die Sporen, die mit dem leisesten Lufthauch über weite Strecken verdriftet werden und sich so schnell ausbreiten können. Daneben gibt es aber auch vegetative Mechanismen, z.B. die spezialisierten Ausläufer des Hausschwammes, die Meter über trockenes Mauerwerk wachsen, bevor sie einen neuen Balken besiedeln.




2. HERKUNFT DER FEUCHTIGKEIT

Die Feuchtigkeit stammt entweder aus Quellen in der Bausubstanz, aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich, die bei schadhaften Abdichtungen ganze Mauern durchnässen kann, undichte Wasserleitungen, eindringendes Regenwasser oder Kondensat der Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen, z.B. Außenwänden. Um Entscheiden zu können, welche Quelle für die zu beobachtende Feuchtigkeit in Frage kommt, muß der Schaden zunächst in Augenschein genommen werden. Die Inaugenscheinnahme muß dann ggf. durch entsprechende Messungen (Feuchte in der Raumluft und im Mauerwerk, Oberflächentemperaturen, Thermographie undichter Leitungen usw.) ergänzt bzw. bestätigt werden, um Gewißheit über den vorliegenden Mechanismus zu erhalten und die nötigen Sanierungsmaßnahmen einleiten zu können.

Eindringendes Wasser verursacht ganz andere Schadbilder als Kondensat. Typisch für eindringendes Wasser ist das Auftreten von Salpeter, der als weiße Krusten oder feinste, nadelig-filzige Beläge auf dem Mauerwerk sitzt. Er besteht aus wasserlöslichen Salzen, die vom eindringenden Wasser mitgebracht oder aus dem Mauerwerk gelöst und an die Oberfläche transportiert werden. Beim Verdunsten des Wassers bleiben die Salze zurück und zeigen das charakteristische Bild. Bei Tapeten bilden sich demgegenüber meist dunkle, scharf abgegrenzte Ränder, die den Umfang der Durchfeuchtung zeigen (Wasserflecken). Typisch sind auch blasige Auftreibungen und Abplatzungen feuchtigkeitsundurchlässiger Anstriche wie Latex oder Ölfarbe und des Putzes, da diese durch den Dampfdruck des verdunstenden Wassers von der Unterlage abgehoben werden.

Feuchteschäden durch Kondensat zeigen zwei Charakteristika. Erstens sind sie räumlich festgelegt. Sie treten an geometrischen Wärmebrücken und sogenannten "Kältefallen" auf, die durch niedrige Oberflächentemperaturen ausgezeichnet sind. Feuchtigkeit an Wänden zwischen beheizten Zimmern stammt daher praktisch nie von Kondensat. Im Falle der geometrischen Wärmebrücke steht eine kleine, wärmeaufnehmende Innenfläche einer großen, wärmeabgebenden Außenfläche der Wand gegenüber. Durch die hohe Wärmeabgabe nach außen kühlt die Oberfläche an der Wandinnenseite stark ab. Wird dabei der Taupunkt der umgebenden Raumluft unterschritten, kommt es zum Anfall von Kondensat. Meist finden sich diese Areale im unteren Wandbereich von Außenwandecken. Hier können keine Ränder und Salpeterausblühungen beobachtet werden, da die durchfeuchteten Bereiche nicht deutlich abgegrenzt sind. Kältefallen entstehen, wenn der Antransport warmer Raumluft an die Wandoberfläche unterbunden wird, z.B. durch dicht vor Außenwänden stehende Schränke mit geschlossenem Sockel, aber auch durch innenliegende Wärmeisolierungen ohne hinreichende Dampfsperre. Gerade thermisch schlecht isolierte Außenwände älterer (Backstein-) Gebäude kühlen leicht aus und es kommt zur Bildung von Kondensat und Schimmel.

 
Abbildung 3
:
Massiver Schimmelschaden durch fehlerhaften Wandaufbau (fehlende Dampfsperre)

 

Eindringendes Wasser ist jahreszeitlich grundsätzlich nicht festgelegt und tritt im Falle eindringenden Regenwassers bevorzugt im Sommer auf, da hier die meisten Niederschläge fallen. Kondensatanfall ist bei oberirdischen Gebäudeteilen grundsätzlich auf die kalte Jahreszeit beschränkt, da im Sommer natürlich kein nennenswerter Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenseite der Wände besteht. In ausgebauten Kellern hingegen tritt Kondensat meist während des Sommers auf, wenn schwül-warme Außenluft eindringt und sich in den erdkühlen Kellerräumen abkühlt, wobei es ebenfalls zu Taupunktunterschreitungen kommen kann. Selbstverständlich sind Verfärbungen und Schimmelbefall das ganze Jahr über zu sehen, die Oberfläche ist jedoch trocken, wenn gerade kein Kondensat anfällt.

Ein häufiger Grund für Schimmelbefall in Wohnungen ist, vor allem in Neubauten, nicht genügend abgelüftete Baufeuchte. In diesen Fällen läßt sich dann keine Quelle für eindringendes Wasser ausfindig machen und auch zunächst anfallendes Kondensat tritt nach einiger Zeit nicht mehr auf, obwohl der ausgetrocknete Befall noch sichtbar ist.

Abbildung 4 :
"Sommerschimmel" auf Kondensat im Überströmbereich eines ausgebauten Wohnkellers




3. GEGENMASSNAHMEN UND SANIERUNG

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung ist stets eine sorgfältige Trockenlegung, da nur dadurch ein weiteres Gedeihen von mikrobiellem Bewuchs sicher ausgeschlossen werden kann. Die Verwendung chemischer Mittel (Fungizide) hat sich dagegen, gerade in Wohninnenräumen, überhaupt nicht bewährt, da aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit manchmal schon nach kurzer Zeit resistente Mikroorganismen heranwachsen und das Substratum besiedeln wie zuvor. Für die Bewohner bergen die Substanzen oft erhebliche gesundheitliche Risiken, da es sich um hochwirksame Stoffe (Isothiazolone, Imidazole usw.) handelt. Wenn die Trockenlegung gelingt, ist auch ohne Fungizide nicht mit dem weiteren Gedeihen von Schimmel zu rechnen, gelingt die Trockenlegung hingegen nicht, ist auch ein massiver Fungizideinsatz keine Garantie für den Erfolg der Maßnahme. Damit spricht letztlich nichts für einen Einsatz von Fungiziden in Wohninnenräumen.

Wichtig zur Vermeidung von Kondensat ist ein entsprechendes Lüftungsverhalten. Dazu muß der beim Wohnen freigesetzte Wasserdampf "weggelüftet" werden. Das heißt, daß die warme, feuchtigkeitsbeladene Raumluft regelmäßig durch kalte Außenluft ersetzt wird. Beim Heizen wird diese Luft dann erwärmt und ihre relative Luftfeuchte sinkt, da warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kalte. Dies wird am besten durch wiederholtes, kräftiges Querlüften ("Durchzug") erreicht, mit dem der Luftaustausch binnen weniger Minuten zu bewerkstelligen ist, ohne daß die Wände stark auskühlen. Ungünstig ist dagegen längeres Ankippen von Fenstern, da hierbei nicht viel Luftaustausch stattfindet, aber starke Auskühlung der Wände auftritt. Dies erschwert das anschließende Heizen und schafft kalte Oberflächen, auf denen sich Kondensat niederschlagen kann. Schränke möglichst nicht dicht vor schlecht isolierte Außenwände oder an Trennwände zu ungeheizten Räumen (Treppenhaus) stellen und einen Luftspalt lassen, damit die warme Luft zirkulieren kann. Niemals Nebenzimmer durch offene Türen "mitheizen", da sich dann die Feuchtigkeit im ungeheizten Raum niederschlägt. Alle Zimmer selber heizen, ggf. einmal täglich kurz durchheizen und die Türen geschlossen halten. Auch kühle Kellerräume sollten bei schwül-heißem Wetter geschlossen gehalten werden, um die Abscheidung von Kondensat zu vermeiden.

Abbildung 5 :
Abhängigkeit der relativen Luftfeuchte von der Temperatur

 

Unabdingbar ist in Neubauten eine hinreichende Bautrocknung, bevor die Räume zum Einzug freigegeben werden. Tapezierte Wände trocknen nur ganz schlecht aus und es kommen häufig massive Gesundheitsbeschwerden durch Schimmel in feuchten Neubauten vor, die umfängliche Sanierungen nach sich ziehen!

Eine erfolgreiche Schimmelsanierung besteht aus 4 Schritten :

1.) Herkunft der Feuchtigkeit abklären

Hier ist zunächst zu klären, ob das Wasser aus dem Fundament aufsteigt, durchs Dach eindringt, aus undichten Leitungen stammt, auf ungenügende Wärmedämmung zurückgeht, von mangelhaf-tem Heizungs- und Lüftungsverhalten herrührt oder mehrere der genannten Gründe hat.

2.) Wasserzutritt unterbinden

In jedem Falle muß zunächst der Grund für das Eindringen der Feuchtigkeit beseitigt werden, sei es durch eine Erneuerung der Basisabdichtung, eine Reparatur des Daches oder defekter Wasserleitungen, Verbesserung der Wärmedämmung oder eine Änderung des Wohnverhaltens.

3.) Trockenlegen

Die Durchfeuchtung muß vor allen anderen Maßnahmen zunächst restlos abtrocknen. Dazu können umfangreiche Baumaßnahmen nötig sein wie die Eröffnung schwer zugänglicher Hohlräume, das Abschlagen von Putz zur Freilegung feuchten Mauerwerkes, der Einsatz von Baulüftern usw..

4.) Renovieren

Die vom Schimmel befallenen Stoffe großzügig und restlos entfernen. Verschimmelte Tapete handbreit im nichtverschimmelten Bereich abschneiden, Span- und Innenausbauplatten entfernen und befallenen Putz handbreit um den Befall bis aufs Mauerwerk abschlagen, um auch nicht sichtbare Schimmelreste zu erfassen. Diese Maßnahmen können schon vor dem Trockenlegen sinnvoll sein. Nicht zu entfernende Stellen mit Wasserstoffperoxid (3%ige Lösung) oder Sodalösung abwaschen. Weniger geeignet sind chlorhaltige Mittel, da sie viel Salz in die Baustoffe eintragen.




4. GESUNDHEITLICHE ASPEKTE

Schimmelbefall in Wohnräumen ist stets gesundheitlich bedenklich, unabhängig von der Art der gedeihenden Mikroorganismen. Zwar findet man in Wohnräumen gelegentlich pathogene Vertreter wie Aspergillus fumigatus oder potente Gift-(Mykotoxin)-bildner wie Stachybotrys chartarum, aber auch nichtkrankmachende (apathogene) Mikroorganismen können zu ernsten Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Gesundheit führen. Neben Symptome, die denen des Heuschupfens ähneln, werden auch hartnäckige Infektionen der Atemwege, Anfälligkeit gegenüber Infektionen und Magen-Darm Probleme mit Darmentzündungen und häufigen Durchfällen beobachtet.

Dies geht auf eine ganze Reihe von Faktoren zurück. Hier sind zunächst die Sporen zu nennen, die der Mikroorganismus bildet, um sich durch die Luft auszubreiten. Diese Sporen sind potente Allergene und können in der Raumluft und im Staub nachgewiesen werden. Die Allergisierung läßt sich auch klinisch nachweisen.

Darüberhinaus geben Mikroorganismen flüchtige Stoffwechselprodukte an die Raumluft ab, die als M-VOCs (Microbial, Volatile, Organic Compounds) bezeichnet und zum Teil ebenfalls schlecht vertragen werden. Diese Substanzen lassen sich durch eine entsprechende Raumluftanalyse nachweisen und liefern durch ihr Auftreten Hinweise auf versteckte Schimmelschäden. M-VOC-Analysen in der Raumluft werden oftmals herangezogen, um den Erfolg einer Sanierungsmaßnahme zu überprüfen und sicherzustellen, daß keine versteckten Schimmelnester nachgeblieben sind (Freimessung). Auch die Zellwände der Mikroorganismen können zu Immunreaktionen führen, da sie als fiebererzeugende Stoffe (Pyrogene) wirken, wenn sie eingeatmet werden. Dies gilt auch für abgestorbene oder ausgetrocknete Mikroorganismen, die keinen aktiven Stoffwechsel mehr betreiben! Diese Zelltrümmer sind ein wichtiger Grund, warum bei der Sanierung freigesetzter Staub nicht eingeatmet werden und auch nicht auf die nackte Haut gelangen sollte.

Eine wichtige Rolle spielen auch die von den Mikroorganismen gebildeten Mykotoxine, die eine ganze Reihe starker Giftwirkungen, z.B. auf Leber und Nieren entfalten, sowie krebserregend wirken und in das Immunsystem ebenso eingreifen wie in das Hormonsystem. Diese Mykotoxine sind außerordentlich beständig gegen Sauerstoff, Licht und Hitze und können im befallenen Material noch lange vorhanden sein, obwohl der Mikroorganismus, der sie gebildet hat, längst abgetötet wurde.

Seitenanfang

Preise

Homepage